Anlagenverdrahtung

Wichtige Hinweise

  • Der Strom muß immer im Kreis fließen, d.h. jeder Strom zu einem Verbraucher hat auch irgendwo ein Gegenstück zurück vom Verbraucher. Dieser Strom verursacht zwangsweise ein Störfeld, dessen Auswirkung u.a. von der eingeschlossen Fläche bestimmt werden. Daher ist es unbedingt erforderlich, diese Fläche zu minimieren.
    Alle DCC Leitungen sind als verdrillte Leitung zu verlegen, auch die Leitungen von Gleis zurück zum Rückmelder. Der Sternpunkt für 'DCC+' ist beim Rückmelder zu platzieren, es dürfen die Abschnitte nicht beim Gleis direkt verbunden werden. Damit vermeidet man Störüberlagerungen der Hin- bzw. Rückströme.
  • Die Boosterausgänge müssen jeweils gleichsinnig zum Gleis geführt werden. Auch die Boostereingänge sind immer mit gleicher Polariät auszuführen. (siehe hierzu auch die Hinweise beim Booster).
  • Die Massen der Netzteile des Boosters müssen untereinander verbunden werden, damit sich beim Überfahren der Trennstelle zwischen zwei Boostern keine kapazitiven Ausgleichsströme der Potentiale über den S88-Bus ergeben. Wenn potentialgetrennte Booster eingesetzt werden, kann man auch alternativ eine Ausgangsseite der Booster durchverbinden.
  • Die Verdrahtung von Datenleitungen sollte auch immer verdrillt erfolgen. Für S88 wird die Verwendung von Netzwerkkabeln empfohlen.
  • Drahtstärken:
    Hier gibt es zwei Fälle zu betrachten:
    a) Der Spannungsabfall am Leiter soll die Funktion der Fahrzeuge nicht beeinflussen. Für H0 halte ich einen Spannungabfall von 0,5V bei 1A für tolerierbar.
    b) Im Kurzschlußfall muß genug Strom fließen, damit der Booster abschaltet, d.h. der Spannungsabfall beim Kurzschlußstrom muß kleiner als die Boosterspannung bei Nennlast sein. Hier sind fallweise neben den Widerständen in der Zuleitung und in der Schiene auch die Widerstände in der Lok in Betracht zu ziehen.

    Empfohlener Querschnitt für die Leitungspaare vom Rückmelder zum Gleis: 0.8mm².
    Neusilber (das Material der Schienen) hat eine relativ schlechte Leitfähigkeit, auch die Schienenverbinder sind eine Schwachstelle, die zudem erst mit zunehmenden Alter zum Vorschein kommt. Deswegen sollte am Gleis spätestens alle 1,5m eingespeist werden.

        Berechnung des Leitungswiderstandes:  
      Leitermaterial:
      Querschnitt: [mm²]
      Länge: [m]
      resultierender Widerstand: [Ω]
      Spannungsabfall:
      angenommener Strom: [A]
      ΔU (einfache Länge): [V]
      2 * ΔU (Hin- und Rückleiter): [V]
  • Belegtmeldung, Leitungskapazität:
    Ja nach Leitungslänge und Verlegeart hat die Leitung eine Kapazität je Länge, typische Werte sind etwa 50pF/m. D.h. z.B. bei 10m verdrillter Leitung muß man mit 500pF rechnen. Diese Kapazität verursacht beim Wechsel der Polarität des DCC-Signals einen kurzen Ladestrom, die gespeicherte Energie ist 1/2 * C * U².
    Dieser Ladestrom kann einen Belegtmelder zum Ansprechen bringen: Hier gibt es zwei Abhilfemöglichkeiten:
    • Ladestrom am Belegtmelder kapazitiv vorbeiführen. D.h. über den Anschlußklemmen des Belegtmelders wird ein Kondensator angeordnet. Dessen Wert hängt von der Verkabelung ab, Werte etwa 1nF bis 10nF.
    • Strommessung zu Zeiten des Flankenwechsels des DCC-Signals kurz pausieren. Damit stört dieser Ladestrom nicht mehr die Belegungserkennung. Der BiDiB- und Railcombelegtmelder GBM16T macht das so.

Beispiel 1: kleine Anlage

    Folgendes Verdrahtungsbeispiel zeigt eine kleine Anlage mit zwei Boostern und OpenDCC, OpenDecoder und Rückmeldern von Blücher Elektronik. Verdrahtung des S88-Bus mit Netzwerkkabeln.
    Hinweis: der DCC Ausgang von OpenDCC schaltet zwischen 0 and 15V (bezogen auf s88-GND), also muß in der Kette 'Zentrale - Booster - Rückmeldesystem' mind. ein Optokoppler vorhanden sein, weil ansonsten der Ausgang der Zentrale kurzgeschlossen wird.


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Beispiel 2: Vereinsanlage